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Geschichte des Museums
Von 1862 bis heute
Vision und Gründung: Von Siebold bis Maximilian II.

Bereits 1835 skizzierte der Würzburger Arzt und Naturforscher Philipp Franz von Siebold, der lange in Japan gelebt hatte, in einem Brief an König Ludwig I. den Plan für ein ethnologisches Museum in München. Damit erwies er sich als Vordenker einer Entwicklung, die in Europa erst später einsetzte. Die tatsächliche Umsetzung erfolgte 1862 durch König Maximilian II., der München zu einem Zentrum für Wissenschaft und Kunst machen wollte. Er gründete das Museum, um die bereits seit 1820 durch das Haus Wittelsbach gesammelten »Transatlantischen Sammlungen« (aus Brasilien, der Südsee und Russisch-Amerika) wissenschaftlich zu betreuen.
Standorte: Vom Hofgarten in die Maximilianstraße

Ursprünglich war das Museum im Galerie-Gebäude in den Hofgartenarkaden untergebracht. Da sich diese Räumlichkeiten jedoch zunehmend als ungeeignet erwiesen, zog das Museum in den Jahren 1925 und 1926 um. Der neue und heutige Standort in der Maximilianstraße ist ein Gebäude, das der Architekt Eduard Riedel ursprünglich zwischen 1859 und 1865 für ein bayerisches Nationalmuseum errichtet hatte.
Namensgeschichte des ersten ethnologischen Museums Deutschlands

Unser Haus gilt als das erste ethnologische Museum in Deutschland. Im Laufe seiner über 150-jährigen Geschichte spiegelten wechselnde Namen den Wandel der Zeit wider, bis es im September 2014 seinen heutigen Namen erhielt:
1862–1912: Königlich Ethnographische Sammlung
1912–1917: Königlich Ethnographisches Museum
1917–1954: Museum für Völkerkunde
1954–2014: Staatliches Museum für Völkerkunde
Seit 2014: Museum Fünf Kontinente
Wissenschaft, Universität und Zeitgeschichte

Die Geschichte des Hauses ist eng mit der Universität und historischen Ereignissen verknüpft. Von 1916 bis 1933 war Lucian Scherman sowohl Museumsdirektor als auch Ordinarius für Völkerkunde an der Ludwig-Maximilians-Universität. 1933 wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft kurz vor der Pensionierung beider Ämter enthoben. Da der Lehrstuhl bis 1955 unbesetzt blieb, sicherte das Museum in dieser Zeit die wissenschaftliche Kontinuität. Nach der Wiederbesetzung des Lehrstuhls 1955 durch Hermann Baumann blieb die Trennung zwischen der Museumsdirektion und dem Universitäts-Ordinariat bestehen.
Chronologie der Museumsleitung

Die Forschungs- und Sammlungsschwerpunkte des Museums wurden und werden maßgeblich durch die jeweiligen Direktorinnen und Direktoren sowie die Kuratorinnen und Kuratoren geprägt. Jede Führungspersönlichkeit hat auf ihre Weise zur Entwicklung und Ausrichtung des Hauses beigetragen.
Seit der Gründung im Jahr 1862 haben die folgenden Personen die Leitung des Museums innegehabt:
Moritz Wagner, 1862–1887
Max Buchner, 1887–1907
Lucian Scherman, 1907–1933
Heinrich Ubbelohde-Doering, 1933–1956
Andreas Lommel, 1957–1977
Walter Raunig, 1977–2001
Claudius Müller, 2001–2010
Christine Kron, 2011–2017
Uta Werlich, seit April 2018
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